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von Rainer Schön

mit vielen schönen Fotos auch von Dirk, Yorck, Elke, Dieter und Hartmut. Weiter so!


12 FIAT 2300 S Coupés in der Eifel  --  theoretisch, wenn  

  *  Daniel den Benzintank nicht so vollgetankt hätte
,  
  * Agnes und Runwalt bei Bosch nicht eine „Original“ Pierburg-Pumpe made in Polen
    bekommen hätten,  
  * und, ja, Margrit ihren Gottfried von einer „
rolling restauration“ überzeugen könnte.

Aber macht nix, so waren wir mit der stattlichen Zahl von 9 Coupés in der Eifel unterwegs und hatten das Vergnügen, dass unsere Truppe zeitgemäß durch den Mercedes 230, den Citroen Ami 6 Break und den Diplomat  B 5.4 angereichert wurde. Ach ja, und den Golf 16V (mit Saisonkennzeichen für den Sommer!) von Yorck und Dirk haben wir als Einsatzfahrzeug für unsere Fiat-Treffen ja auch schon ins Herz geschlossen.

Diese Jahr hatte es uns in die Eifel gezogen und eigentlich wollten wir uns gemütlich von Sabine Schmitz mit dem Ringtaxi über die Nordschleife kutschieren lassen (sicherheitshalber vor dem Abendessen), doch leider konnte man die Fahrten im März für den Mai noch nicht buchen und im April war dann alles bis 2010 ausgebucht. Also beschlossen wir, mit unseren Autos selbst die Grüne Hölle unsicher zu machen, eigentlich kein Problem, denn außer uns fahren zu den öffentlichen Zeiten ja nur „Touristen“ (warum sonst hieße es: geöffnet für Touristenfahrten). Aber so leicht hat man es uns dann doch nicht gemacht, denn leider durften die Autos mit den Roten 07-er Kennzeichen nicht fahren und Ausnahmen wollte man für unseren Club nicht machen. Eigentlich seltsam, denn schließlich war es ein offizielles Clubtreffen, die Fahrzeuge wurden bestimmungsgemäß gebraucht und ordentlich versichert sind die auch alle. Also haben wir uns am Samstag Abend auf fünf Coupés mit schwarzen Kennzeichen verteilt und uns unter die Touristen gemischt. Die meisten in den anderen Touristenautos waren wohl vorsichtige Touristen, denn sie trugen Helm und einen Überrollbügel mit sich. Jedenfalls fuhren wir so flott vorneweg, dass ich nur ein einziges Auto überholen musste. Zwei ehemalige Motorradfahrer, die unter der Leitplanke durch wollten und ein BMW 3er, der eine etwas eigenwillige Interpretation der Abwrackprämie hatte, nicht mitgezählt.

Aber zurück zum Anfang: Hans-Dieter, Dieter und ich trafen uns wie verabredet am Autobahnkreuz Duisburg und stochten dann nach Süden, wobei wir die dreispurig parkenden Autos zwischen Duisburg und Leverkusen auf der Gegenspur zählen konnten. In Meckenheim, wo wir um 15 Uhr pünktlich auf Thomas stoßen sollten, rief mich derselbe zur verabredeten Zeit an und teilte mit, dass er nun gleich losfahren wolle. Nein, nicht mit dem S Coupé, sondern mit dem BMW zum S Coupé und dann erst zum Treffpunkt.15:15 Uhr meldete sich Thomas erneut, die Batterie vom Schrottplatz sei wohl doch nicht das richtige gewesen und er müsse erst eine neue Batterie kaufen, und wir warteten auch gerne das Stündchen, denn: einer für alle, alle für einen!

Also dann von Meckenheim mit drei Autos weiter Richtung Berghotel Hohe Acht, das mein Beifahrer Dieter auch bestens kannte als gut besuchtes Hotel am Ring in herrlicher Lage. Und passend zum Baujahr unserer Autos stammte seine Kenntnis ebenfalls aus dem Jahre 1964! Um das vorweg zu sagen: der Charme der 60er Jahre (oder 50er?) schlägt uns im Hotel auch an allen Ecken und Enden entgegen, aber schaut selbst: ist das nicht genau das, was wir verrückten Oldie-Fans wollen? Außerdem: das Frühstück üppig (Kaffee bis zum Abwinken, frische warme Brötchen und Croissants, Wurst, Käse, Marmelade, Obst, Müsli.....), die Schnitzel waren groß, die Pommes top und fettarm und dann die Forelle: FRISCH! Obwohl unser persönlicher Serviceman die Fischabteilung unserer Truppe bis zuletzt im Unklaren ließ, ob aus der Forelle blau nun eine Müllerin gezaubert werden konnte (denn die einzige Garantie auf Hans-Dieters Frage: „Und, wie ist denn nun die Forelle?“ lautete: „FRISCH!“). Die Zimmer hatten alles, was man im Hotel mindestens braucht und waren tatsächlich nicht im Erstlack von 1964 sondern renoviert und sauber. So hatten wir das Berghotel als sichere Basis für unsere Unternehmungen am Wochenende gut ausgewählt.


Aber wir waren noch nicht dort angekommen, denn plötzlich gingen bei Thomas alle Lampen an und er war weg. Wir also zurück und gesucht. War aber nicht der Fiat schuld, sondern das Benzin, genauer: das fehlende. Zum Glück hatte Thomas etwas, was ich nie habe: einen Reservekanister dabei, und zwar voll. Das war dann aber die letzte Unterbrechung und gegen 17:30 waren wir dann wirklich am Hotel.

So langsam trudelten dann auch die anderen Freitags-Ankömmlinge an, zunächst Anette und Hartmut, bei denen meine Telefonseelsorge bezüglich eines winzigen roten Warnlämpchen offensichtlich Früchte getragen hatte, denn sonst wären sie nicht da. Unser Schweizer Bus-Gespann Margrit und Gottfried traf gegen 20 Uhr ein, als wir gerade den letzten Bissen der Müllerin vertilgt hatten. Eigentlich hatten sie Günter mit seinem goldenen Fünfzylinder - S Coupé und frisch überholten Vergasern im Schlepptau, doch der war ihnen unterwegs abhanden gekommen. So sicher, wie Thomas zu spät kommt, so sicher geht Günter pro Treffen mindestens einmal verloren.

Aber: Ende gut, alles gut, kaum 30 Minuten später kam auch Günter, der eine Abkürzung genommen hatte, wohlbehalten an.

So war der erste Tag schon rum, ehe wir uns richtig warmgeredet hatten und nachdem unsere britischen Hotel-Mitbewohner gegen Morgen den Wirt endlich ins Bett entließen, konnten wir schnell noch ein paar Stündchen bis zum Frühstück um 8 Uhr ausruhen. Zuvor musste Hartmut nur noch sein Coupé ins Bett bringen und in die Decke einkuscheln. Am Freitag Abend lächelten wir noch darüber, Sonntag morgen, angesichts der nassen Kofferräume und Fußmatten, war uns das Lächeln vergangen.

Bevor wir zum Kulturprogramm  in Virneburg aufbrachen, stieß noch Neu-Mitglied Daniel aus Luxemburg mit seinem 2,3 Liter Sechszylinder dazu, untröstlich wegen der Inkontinenz seines anderen 2,3 Liter Sechsylinders. Wie, was, welcher Sechszylinder? Ja, der Fiat-Sechszylinder leckte und der andere Sechszylinder mit dem Dreizack, der läuft halt immer. 

Rita und Willy haben uns alle getoppt, denn sie kamen im achtzylindrigen bollernden Diplomat 5.4, ihr Fiat 130 Coupé, Dauergast bei unseren jährlichen Treffen, will erst einen neuen Magnetschalter, ehe es wieder ins Geschehen eingreifen kann.

Das andere Ende der nach unten geschlossenen Zylinderskala belegten Agnes und Runwalt mit ihrem zweizylindrigen Ami 6 und seinen 32 PS, der uns treuherzig aus gelben Augen anblinzelte.

Und dann kamen noch Elke und Dieter mit ihrem blitzenden Silberpfeil. Nein,  diesmal kein dreigezackter Stern, sondern ein echtes S Coupé mit Weißwandreifen und – wie ich mich inzwischen zähneknirschend überzeugen lassen musste – mit Chrom-Zierringen in der Felge, die es wohl bei der allerletzten Ausführung (wieder mit den kleinen Radkappen) tatsächlich serienmäßig gab.

Doch auf zur Kultur: Thomas hat uns in seinem angestammten Metier zunächst eine kleine Fußwanderung beschert, die uns als morgendliches Highlight auf die Burg Virneburg führte, deren Geschichte er uns in anschaulicher Weise nahebrachte. Thomas ein besonderer Dank und Du kannst sicher sein: als Gegenleistung warten wir immer wieder gerne auf Dich bei der Abfahrt! Mein Eindruck war, dass es alle genossen, eine Stunde am Tag nichts über Autos hören zu müssen!     


Unsere anschließende Runde um die Altstadt von Mayen verschweigen wir lieber, beim Tanken waren wir noch alle komplett, aber schließlich haben wir uns am Ende alle wiedergefunden. Von Mayen ging‘s direkt nach Monreal, wo wir pünktlich eintrafen. Beim Abzählen fiel dann doch auf, dass uns wieder einer verloren gegangen ist – doch es war nicht Günter sondern Willy mit dem Diplo. Wahrscheinlich hatte ihn Runwalt mit dem Ami 6 abgehängt. Hartmut hat ihn dann wieder eingefangen und wir konnten uns dem leiblichen Wohl im „Stellwerk“ in Monreal widmen. Hier hatten wir es besonders gut getroffen, tolles Ambiente, hervorragendes Essen und freundliche Bedienung, sehr zu empfehlen!


Und dann stießen auch unsere beiden Ältesten mit dem Jüngsten zu uns: Ronald musste die Krone für das älteste Auto im Club an Wil abgeben, den sein 62er ist noch älter. Und den Jüngsten, Rick, hatte Ronald auch wieder mitgebracht. 

Die allerersten Coupés hatten eine Reihe von Besonderheiten, die selbst wir im Club nur äußerst selten zu sehen bekommen. Zum Beispiel hier an Wil's Auto die Typenbezeichnung auf dem Kofferraumdeckel......

......... und auf der Front-Traverse ............

....... oder die eckigen Türstrahler ........


und die originalen hellen Stoffpolster von 1962.......








............ oder die rahmenlosen Fensterscheiben.......

.......... oder das fest eingebaute Haustier.

Rechtzeitig zum Kaffetrinken gesellte sich Rolf mit Sohn und seinem  champagnerfarbenen S Coupé dazu, das wie das von Dieter verchromte Radzierringe trägt, was mich dann endgültig von der Existenz dieser Ausführung überzeugte.

Gottfried und Dirk hatten nach dem Essen Langeweile, Günter zog sich sicherheitshalber schon mal die Lesebrille an und schon begann die sterile Operation am offenen Herzen. 

Nach einem schönen Nachmittag machten wir uns dann (fast) alle auf zur Nürburgring-Nordschleife, um dort die Sau rauszulassen. Runwalt und Agnes ließen ihren Ami 6 sicherheitshalber draußen stehen und stiegen um aufs Coupé, Gottfried und Margrit verzichteten mit ihrem Toyota-Bus ebenfalls auf die Grüne Hölle, ja und die „07“er Kennzeichen mussten sowieso draußen bleiben. Leider haben wir von unserer Höllenfahrt kein Video machen dürfen und bisher sind uns auch keine Fotos von begeisterten Zuschauern zugespielt worden, die unsere Rekordfahrt dokumentieren könnten. Gerüchte aus Holland besagen, wir seien dauernd selbst überholt worden, aber der Beweis steht noch aus, mir ist jedenfalls nix aufgefallen.











Touristen-Fiats für die Nordschleife


Abends im Hotel konnten wir Anette nicht davon überzeugen, noch eine Schnitzelrunde zu drehen und so gelang es Hartmut mit seinem „1 von 3“-I-phone (oder Eifon?) in Adenau einen Tisch im „Pereferia“ besorgen, wo wir erneut lecker essen durften. Wieso „1 von 3“? Na weil das Tatschpäd nur bei einem von drei Versuchen funktionierte!

Eine besondere Leistung ist noch zu erwähnen, nämlich dass wir letzten 10 Mohikaner uns ins zwei Autos quetschten, jedes zu 5 Personen, eines davon mein S Coupé, in dem vielleicht noch mehr Platz war als in Gottfrieds Toyota- Bus? Hartmuts Schlafdeckenaktion zahlte sich jedenfalls
 prima aus, denn sein Auto blieb innen beim abendlichen Gewitter- regen trocken, was man von den anderen Coupés nicht sagen konnte.....

Diesen Abend haben wir die Engländer dann geschlagen und den Schankraum bis in die frühen Morgenstunden belegt.

Bei herrlichstem Sonnenschein und dem Blick über die Wolken fiel das Aufstehen zum Frühstück nicht so schwer und schnell waren noch ein paar Bilder gemacht.

Runwalt passt schon mal gut auf, damit er nächstes Jahr bei seinem Coupé das Motoröl in das richtige Loch einfüllt.......

Bis zum nächsten Jahr vom 07. bis 09. Mai 2010, wenn das 19. Jahrestreffen ruft!