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Eine Urlaubsfahrt wie zu Kinderzeiten, das war mein Wunschtraum schon viele Jahre. Klar habe ich da nicht daran gedacht, wieder mit Oma und zwei älteren Geschwistern im Opel Kapitän ’54 eingequetscht  auf der hinteren Sitzbank 12 Stunden meist nachts, nur mit Tankpausen in den Süden zu brettern. Nein, gepflegt bei Tage, ordentliche kulinarische Picknick-Pausen eingelegt, maximal 600 km per Tag, das müsste doch auch mit einem Oldtimer möglich sein!

Der Gründer unserer 2300 S Coupé IG, Dr. Christian Otto, hatte auch stets betont: „das S Coupé ist kein 2+2 – nein, sondern ein echter Viersitzer!“ Na ja, meine beiden Kinder, 16 und 17 Jahre alt, werden das sicher nicht so ganz bestätigen, besonders weil sie nicht wie hier auf dem Foto vorne, sondern hinten saßen und zwischen sich die große elektrische Kühlbox hatten, die zwar innen schön kühle Getränke bereithielt, dafür aber nach außen warme Luft mit einem kleinen Gebläse verteilte.

Dagegen gab es aber unsere neue Klimaanlage. Sowas gab‘s im S Coupé nicht? Doch doch, habe ich extra noch eingebaut, mit Klettband. Fiel zwar alle hundert Kilometer vom Armaturenbrett, schaffte aber zusammen mit den vorderen und hinteren Ausstellfenstern doch so etwas wie Cabrio-Feeling.

Apropos Kühlung: vier Wochen vor der Abfahrt wollte ich noch schnell den Kühler löten lassen, der am oberen Wasserkasten leicht leckte. Schlauerweise brachte ich meinem Kühlerbauer aber einen anderen gebrauchten Kühler vorbei, falls er nicht rechtzeitig fertig werden sollte....... Den Kühler habe ich dann 11 Monate später top überholt mit neuem Hochleistungsnetz wieder abgeholt. Lag aber dann an mir, denn nachdem es nicht mehr rechtzeitig vor Antritt der Fahrt klappte, habe ich halt nur alle drei Monate nachgefragt. Trotzdem ist die Firma Stoffels hier in Kempen sehr zu empfehlen, auch für Tankrestaurationen und Versiegelung. Der Ferdi ist ein echtes Original, wie auch seine Werkstatt, liefert aber richtige Handwerkskunst zu fairem Kurs ab. Jedenfalls musste ich mit dem defekten Kühler starten und habe wie auf dem Bild ersichtlich, ein bisschen Reservewasser mitgenommen, allerdings war nur noch im Motorraum Platz........

Platz, das ist das Stichwort. In der ersten oberirdischen Lage Kofferraum waren Koffer und Taschen, ein Gummiboot sowie unser Angelzeug. Darunter im Parterre habe ich nicht auf das Reserverad verzichtet, es jedoch mit einer Reihe kleinerer Ersatzteile garniert, um für den unwahrscheinlichsten aller Fälle, dass mir wieder mal ein Zündkondensator hops geht, gerüstet zu sein,  darüber stopfte ich jegliche Lücken mit Schuhen, Jacken, der obligatorischen Klorolle und sonstigem Kleinkram zu. Nachdem wir mit vereinten Kräften den Kofferraum geschlossen hatten, weigerte ich mich standhaft bis zur ersten Rast, ihn nochmals für die Aufnahme auch nur einer Streichholzschachtel zu öffnen.



Am Ende war ich selbst erstaunt, alles hineinbekommen zu haben, was die Familie sich so vorstellte, zu brauchen. Innen saßen wir also mit vier Personen, einer Kühltasche, einem DVD-Player für die Rücksitze (das war das Bestechungsgeld für den Erhalt der demokratischen Mehrheit bei der Abstimmung, ob wir denn wirklich mit einem alten Auto in Urlaub fahren sollte! Wieso eigentlich altes Auto? Mein BMW hatte 400.000 km auf dem Tacho, der meiner Frau 180.000 und der Fiat erst jungfräuliche 165.000 km, vermutlich.

Ja und dann war dann noch unser Hund, auch nicht gerade ein Handtaschenformat. Der wurde natürlich auch gefragt und antwortete mit kräftigem Wedeln auf die Frage, ob er denn auch mit dem Oldtimer Gassi fahren möchte.

Ach übrigens, wir wollten nach Österreich, genauer nach Kärnten. Warum? Weil ich da 1966 auch war, als es normal war, mit 5 Personen ohne Klimaanlage über die Tauern zu schleichen. Ernsthaft, ich habe überlegt, ob wir nicht wirklich oben drüber fahren und die diversen Tunnel meiden sollten. Aber die längere Fahrtzeit und die Sorge, dann nicht genügend DVDs mit zu haben, ließen mich dann doch zur Vernunft kommen.



Um es kurz zu machen: unser Fiat machte alles klaglos mit, 1.000 km hin, 1.000km zurück, Autobahn und Tunnel, Pässe und Almhütten, Wolkenbrüche, Staus und 150km/h-Schnitte. Ich fühlte mich jedenfalls dreißig Jahre jünger, die ganze Familie hat alles klaglos, stellenweise sogar mit einer gewissen Begeisterung („Papi, fahren wir nächstes Jahr mit dem 2300 S Cabrio in Urlaub?“). Man rückte buchstäblich wieder näher zusammen, ein höchst bodenständiges Erlebnis, das ich jedem ASC-ESP-ABS-Servo-Automatik-Klima usw.-Verwöhnten nur wärmstens empfehlen kann!